QUERSTELLEN und das GELBE X – Zum zehnjährigen Bestehen von Querstellen-Friedberg

10 Jahre QuerstellenDie Zeit vergeht schnell und 10 Jahre erscheinen manchmal schon als lange Zeit, in der viel vergessen wird. In diesem Beitrag wollen wir deshalb erklären, woher unser Namen QUERSTELLEN und unser Logo, das GELBE X, kommen. Der Name „Querstellen“ irritiert heute gelegentlich Menschen, da er so ähnlich klingt wie die seit kurzem aufgetauchten „Querdenker“, mit denen wir absolut nichts gemein haben. Es gab sogar schon den wohlmeinenden Rat, wir sollten uns doch umbenennen, um Missverständnissen vorzubeugen. Querstellen klänge ja auch so negativ, wir sollten uns doch einen positiver klingenden Namen geben.

Querstellen-Friedberg entstand Ende 2010 als Reaktion auf den Beschluss zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke durch die damals Schwarz-Gelbe-Bundesregierung. Querstellen gegen die Castortransporte nach Gorleben und gegen den Ausstieg aus dem Atomausstieg war zu dieser Zeit das Motto bundesweiter Kampagnen. Das GELBE X ist das Symbol des Widerstands im Wendland, wo es in vielen Vorgärten steht, um weithin sichtbar die Ablehnung des Atommüll-Lagers in Gorleben und den Widerstand gegen die Atompolitik zu bekunden. QUERSTELLEN und das GELBE X ergaben sich folgerichtig als Ausdruck unserer Solidarität mit dem Kampf im Wendland und der Ablehnung der Atomkraft, deren Ausstieg ja bereits einmal – wenn auch halbherzig – beschlossen war.

Aus naheliegenden Gründen haben sich die Aktivitäten von Querstellen inzwischen natürlich erweitert und unter „Querstellen“ steht jetzt der Zusatz „gegen Atom- und Kohlekraft“, denn auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist aufgrund der Klimakrise zwingend erforderlich. Das GELBE X ist längst auch in vielen Dörfern der Lausitz oder im Rheinland zum Symbol des Widerstands gegen den Braunkohleabbau und – unter dem Motto „Alle Dörfer bleiben“ – gegen das weitere Abbaggern der Dörfer geworden.

Unsere Kritik an der Atom- und Kohlekraft mündete folgerichtig in die Forderung nach der Energiewende und dem schnellstmöglichen Wechsel zu 100 % erneuerbare Energien. Daraus ergibt sich auch unser Engagement für eine dezentrale Windenergiegewinnung hier vor Ort. Der sich dramatisch beschleunigende Klimawandel führt uns inzwischen deutlich vor Augen wie existenzbedrohend der starke Ausstoß von Klimagasen durch den Menschen ist. In allen Sektoren, nicht nur bei der Energiegewinnung, sondern auch in Industrie und Handel, beim Verkehr, in der Landwirtschaft und beim Wohnen muss die Dekarbonisierung massiv vorangetrieben werden.

Positive gesellschaftliche Veränderungen können nur aus der Kritik an den unzulänglichen Verhältnissen und dem Widerstand gegen sie erwachsen. QUERSTELLEN und das GELBE X werden also weiterhin gebraucht, um der unverantwortlichen Ausplünderung und Zerstörung unseres Planeten entgegenzutreten. Mit großer Überzeugung und erhobenen Hauptes tragen wir den Namen QUERSTELLEN und unser Logo daher auch weiterhin und versuchen diejenigen zu unterstützen, die für die Rettung des Klimas, den Schutz der Natur und für eine ökologische, soziale und demokratische Welt eintreten. Wir sind parteipolitisch ungebunden, was aber keineswegs bedeutet, dass es aufgrund unserer Grundüberzeugungen nicht unterschiedliche Schnittmengen mit etablierten Parteien und politischen Gruppierungen gibt.

Sicher ist zunächst auch nichts gegen „kritisches Querdenken“ einzuwenden, wer jedoch kritische Begriffe pervertiert, zukunftsorientierte soziale Bewegungen und ihre Ausdrucksformen zu kapern versucht, um seine reaktionäre, geschichtsverfälschende und faschistische Gesinnung zu verbreiten, stößt auf unsere tiefe Verachtung. Mit Querdenkern, Reichsbürgern, Identitären, QAnon-Anhängern, Verschwörungsideologen, Geschichtsrevisionisten, Rechtsextremisten, Faschisten, NPD, AfD oder wer immer zu den neuen Rechten zu zählen ist, hat QUERSTELLEN sicher rein gar nichts zu tun.

Auf ein aktives 11. Jahr!

Erhebung zur Windenergie am Winterstein

Um einen Überblick über die Haltung der Parteien und Wählergemeinschaften zur Windenergie am Winterstein zu erhalten, führte das Bündnis Windpark Winterstein Anfang Dezember 2020 eine Befragung aller Fraktionen in den vier Anrainerkommunen Friedberg, Rosbach, Wehrheim und Ober-Mörlen durch. Hier finden Sie als PDF-Datei unser Anschreiben und unseren Fragebogen.

Sämtliche Antworten, einschließlich unseres Kommentars veröffentlichen wir Anfang Februar 2021. Möglicherweise sind die Informationen für Ihre Entscheidung bei der Kommunalwahl am 14. März 2021 hilfreich.

Termine von Querstellen-Friedberg:

Aktionstreffen meistens am zweiten Donnerstag im Monat. I Bis auf Weiteres fallen die vereinbarten Termine wegen Corona aus und werden ab Februar durch interne Online-Meetings ersetzt, die gesondert angekündigt werden. Wir bitten um Verständnis.

14. Januar 2021  I  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses I musste leider wegen Corona entfallen
11. Februar 2021  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses I entfällt ebenfalls I stattdessen Online-Meeting
11. März 2021  I  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses 
08. April 2021  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses
06. Mai 2021  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses 
10. Juni 2021  Treffen des Friedberger Aktionsbündnisses

Jeweils um 19.30 Uhr, Pastis, Haagstraße 41, 61169 Friedberg.
An einer Mitarbeit Interessierte sind herzlich willkommen.

Andere Termine:

Querstellen-Friedberg besteht im Dezember bereits 10 Jahre! Aufgrund der angespannten Corona-Lage verzichten wir in diesem Jahr auf unsere schon traditionelle Mahnwache auf dem Elvis-Presley-Platz, obwohl es sicher ausreichend Anlässe zur Mahnung gibt. Sobald es 2021 möglich sein wird, werden wir wieder in der Öffentlichkeit aktiv. Bis dahin machen wir uns auf andere Weise bemerkbar.

11. März 2021  Fukuhima-Jahrestag
26. April 2021  Tschernobyl-Jahrestag

Einladung zur Kurzfilm-Präsentation "CHEZ NOU NOU"

Dieser liebevolle Film über „unseren Wirt“ Nou Nou und sein Bistro Pastis fand viel Anklang.

Positionspapier Bündnis Windpark Winterstein

Unser Bündnis fordert die Errichtung eines „Windparks am Winterstein“ und erklärt zum Entwurf des gemeinsamen Bebauungsplans Nr. 92 „Natur- und Erholungsgebiet Winterstein“ der Kommunen Friedberg, Ober-Mörlen, Rosbach und Wehrheim:

  • Aus Verantwortung für das Klima und zum Schutz des Waldes ist die Umstellung auf 100% erneuerbare Energie erforderlich. Die Windenergie ist für die CO2-Einsparung von zentraler Bedeutung und muss massiv und rasch ausgebaut werden.
  • 2% der Landesfläche wurden daher als Vorranggebiete für Windenergieanlagen  (WEA) ausgewiesen. Das Vorranggebiet 7805 auf dem Winterstein umfasst mit 414 ha die größte Fläche im Planungsgebiet und zeichnet sich durch eine hohe Windhöffigkeit aus. Es ist in idealer Weise für einen großen Windpark mit vielen Windenergieanlagen geeignet.
  • Die Unterzeichnenden lehnen die vorgelegte Verhinderungsplanung im Entwurf des kommunalen Bebauungsplanes  der beteiligten Kommunen und  eine willkürliche Begrenzung der Anzahl an Windenergieanlagen ab.
  • Ziel muss eine hundertprozentige  Nutzung  der Vorrangfläche für die Windkraft sein, denn zum Schutz des Klimas ist eine maximale Einsparung an CO2 anzustreben.
  • Die Standorte sind sorgfältig auszuwählen, wobei eine optimale Nutzung der Vorrangfläche und der Zustand des Waldes zu berücksichtigen sind. Ein Windpark mit ca. 20 WEA liegt im Bereich des Möglichen. Anzahl und Standorte der WEA müssen von einem fachkundigen Projektentwickler ermittelt werden.
  • Technische oder bauliche Einschränkungen (z.B. Nabenhöhe, Gesamthöhe, Getriebeart, Rotordurchmesser etc.), die Anlagen nach aktuellem Stand der Technik verhindern, sind grundsätzlich abzulehnen. Zahl, Höhe und Technik der Windenergieanlagen müssen sich vorrangig daran orientieren, welchen Energieertrag sie erzielen.
  • Eine Begrenzung der Nutzungsdauer ist abzulehnen. Da Windenergie auch in weiterer Zukunft benötigt wird, darf die Möglichkeit zum sog. Repowering, d.h. zum Ersetzen älterer Anlagen durch neue und technisch effizientere Anlagen nicht beschnitten werden.
  • Windenergiegewinnung, Naturschutz, Erholungs- und Tourismusfunktion können auf dem Winterstein miteinander verbunden werden, was auch durch einen „Energie- und Naturlehrpfad“ sichtbar gemacht werden kann.
  • Planung und Finanzierung des Windparks sollen in enger Kooperation mit den Anliegerkommunen, Bürgerinstitutionen und regionalen Energiegenossenschaften erfolgen, um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. Der Projektentwickler muss flexibel sein und vielfältige Beteiligungsformen ermöglichen.
  • Durch den Windpark erzielte Einnahmen können von den Anliegerkommunen z. B. für Naturschutzmaßnahmen, wie Aufforstung der durch Trockenheit und Borkenkäfer zerstörten Waldbereiche, oder auch für soziale Zwecke eingesetzt werden. Alle Anliegerkommunen müssen von dem Windpark profitieren, selbst wenn keine oder wenige WEA auf Gemeindegebiet stehen. Dies könnte z.B. in einem Zweckverband sichergestellt werden.
  • „Bürgerwindräder“ sind einzuplanen, damit die Bürger*innen der Anliegergemeinden auch unmittelbar von ihrem Windpark finanziell profitieren können und um die Akzeptanz des Windparks zu erhöhen. Der Windstrom wird an die Kommunen und die dort Ansässigen zu einem günstigen Preis ohne Gewinnmaximierung abgegeben.
  • Die im Bündnis zusammengeschlossenen Organisationen fordern die Anliegerkommunen auf, die erkennbare Verhinderungsabsicht von Windenergieanlagen im Bebauungsplan aufzugeben und stattdessen einen effizienten Windpark auf dem Winterstein zu fördern.

  Bündnis Windpark Winterstein, 01.12.2020