Unsere Herbstaktionen 2011

Castortransport nach Gorleben:

Mehr als fünf Tage dauerte der Transport der Castoren von La Hague bis ins Zwischenlager Gorleben. Der 13. Castortransport war damit mit Abstand der längste aller Zeiten! Der Widerstand war so bunt und vielfältig wie selten und auch 20 000 Polizisten, die im Wendland im Einsatz waren, hatten sichtlich Mühe, den Castoren den Weg zu bahnen. Die Hoffnung der Bundesregierung, dass mit dem Ausstiegsbeschluss der Widerstand erlahmt, hat sich nicht erfüllt. Zu groß ist noch immer das Misstrauen ob der plötzlichen Wende und zu halbherzig und unglaubwürdig ist die Suche nach alternativen Standorten für ein Endlager.
Auf sehr eindrucksvolle Weise demonstrierten die Atomkraftgegner/innen erneut ihre Stärke:
Schon in Frankreich begannen die Proteste und Störaktionen und setzten sich an vielen Orten der Castorstrecke fort. Im Wendland zogen die Menschen  schließlich wieder alle Register des Protestes. Durch die jahrelangen Auseinandersetzungen hat sich eine einzigartige Widerstandskultur im Wendland entwickelt, die geradezu als Paradebeispiel für zivilen Ungehorsam angesehen werden kann. Mit überaus vielfältigen und kreativen Aktionsformen treten die Atomkraftgegner/innen der Staatsmacht entgegnen, die sich trotz Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas oft geschlagen geben muss.
Einige wenige Impressionen von den Protesten sind unter Bilder zu finden.

Unser Fazit:

  • Die Atomkraftgegner/innen haben nichts an Stärke eingebüßt!
  • Der bisherige Ausstiegsbeschluss reicht nicht aus!
  • Der illegale Ausbau des Endlagers Gorleben muss gestoppt werden!
  • Die Endlagersuche muss tatsächlich ergebnisoffen geführt werden!
  • Alle Atomkraftwerke müssen schnellstens stillgelegt werden!

Mahnwache Friedberg:


Es waren nicht nur Mitglieder des Aktionsbündnisses im Wendland, sondern am Samstag, dem 26. November, während des Castortransports, fand auch wieder eine Mahnwache in Friedberg statt. Damit bekundeten wir unsere Solidarität mit allen Protestierenden und machten deutlich, dass dieses Thema nicht auf das Wendland beschränkt ist, sondern uns alle betrifft, auch hier in der Wetterau.

Podiumsdiskussion:

Unsere größte Veranstaltung war die Podiumsdiskussion „Wie wird die Wetterau atomstromfrei?“ am 15. November im Albert-Stohr-Haus in Friedberg. Das Interesse an diesem Thema war so groß, dass der Saal die Besucher kaum fassen konnte. Engagiert diskutierten Rolf Gnadl (OVAG), Michael Keller (Bürgermeister von Friedberg), Sebastian Sladek (Elektrizitätswerke Schönau) und Diethardt Stamm (BUND und MiEG) darüber, wie die Energiewende in der Wetterau vorangetrieben werden kann. Eine Zusammenfassung dazu finden Sie unter Berichte.

Unser Fazit zur Podiumsdiskussion:

  • Die Wetterau ist auf dem Weg in die Energiewende!
  • Alle Podiumsteilnehmer sprechen sich gegen die Atomkraft aus.
  • Alle treten für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein, um den Anteil an Atomstrom zurückzudrängen.
  • Alle Beteiligten bevorzugen die dezentrale Energiegewinnung in unserer Region, statt langer Transportwege von externen Großanlagen.
  • Alle wollen die Wertschöpfung vor Ort und bemühen sich um die Abwehr großer Kapitalgesellschaften von außerhalb.
  • Alle Teilnehmer wollen eine Beteiligung der Bürger sowohl bei der Planung als auch bei den Investitionen.
  • Ohne andere erneuerbare Energiequellen zu vernachlässigen, erwarten alle Podiumsteilnehmer den größten Beitrag zur Energiewende von der Windkraft.
  • Eine zügige Festlegung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen ist wichtig, damit die Kommunen nicht  ihre Steuerungsmöglichkeiten verlieren.
  • Der von Bürgermeister Keller vorgestellte Standort für einen Windpark am Taunusrand (Steinkopf-, Wintersteingebiet), den die Bürgermeister von Ober-Mörlen, Rosbach, Wehrheim und Friedberg ins Auge gefasst haben, erscheint uns sinnvoll und sollte zügig erkundet werden.

Das Friedberger Aktionsbündnis gegen Atomkraft wird die Energiewende in der Wetterau unterstützen und ihre Akteure konstruktiv und kritisch begleiten.

Ein Jahr Friedberger Aktionsbündnis:

Wir möchten noch darauf aufmerksam machen, dass vor einem Jahr, am 15. und 16. Dezember, in Friedberg unsere ersten Aktionen anlässlich des Castortransports nach Lubmin stattfanden. Darauf folgte ein unerwartet aktionsreiches Jahr und wir danken allen, die mitgemacht haben.