Back again!

Liebe Besucher*innen unserer Homepage,
nach 7 Jahren war unsere Website technisch veraltet und wurde deshalb auf einer aktuellen Plattform neu erstellt. Ältere Inhalte wollen wir schrittweise einfügen, damit die Website als ARCHIV unserer Aktivitäten erhalten bleibt. Die vollständige Umstellung wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, weshalb wir um etwas Geduld bitten.
Wir haben die Gelegenheit genutzt, um die Website moderat zu aktualisieren. So haben wir unser Logo, das sich ohnehin im Laufe der Jahre schon verändert hatte, etwas angepasst und das Seitenlayout vereinfacht. Wir hoffen, dass Sie mit der neuen Gestaltung zufrieden sind. Unter der Kategorie AKTIONEN finden Sie alle jüngeren Aktivitäten und Berichte des Friedberger Aktionsbündnisses. Sowohl auf der START-Seite als auch unter TERMINE wollen wir in Zukunft verstärkt auf Aktionen anderer Gruppen aufmerksam machen und zu ihnen verlinken, damit Sie unsere Website als ständige Informationsquelle nutzen können. Wir wünschen weiterhin viel Spaß mit unserer BILDER-Galerie, die sich endlich wieder mit neuen Fotoreihen bestücken lässt. Außerdem haben wir die Kategorie GAST-BEITRÄGE eingeführt, um längere Beiträge zum Thema Energiewende – auch von Gästen – aufnehmen zu können. Selbstverständlich behalten wir uns eine Auswahl der Beiträge vor, denn auch sie sollen sich mit unseren wesentlichen Zielen decken, d. h. sich gegen Atom- und Kohleenergie querstellen, für den Klimaschutz und die Abkehr von der fossilen Energiewirtschaft eintreten und sich für den raschen Umstieg auf erneuerbare Energien einsetzen. Wer diese Grundüberzeugungen teilt, ist herzlich eingeladen, mit zur Diskussion beizutragen. Unter der Kategorie ÜBER UNS können Sie sich über unser Selbstverständnis und die Entstehung des Aktionsbündnisses informieren und unter MATERIAL stellen wir Informationen zum Downloaden für Sie bereit.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erkunden unserer neuen Website!

Ergänzung zum Selbstverständnis

Liebe Leser*innen,
wesentliche Grundüberzeugungen unseres Aktionsbündnisses finden sich knapp und treffend in einem aktuellen Buch von Claudia Kemfert zusammengefasst, weshalb wir uns erlauben daraus einen Abschnitt zu zitieren. Claudia Kemfert ist eine renommierte Energie-, Klima- und Verkehrsexpertin, Beraterin in vielen umweltpolitischen Organisationen, hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW Berlin) und ist Mitglied im Präsidium des Club of Rome.
Der Textauszug stammt aus ihrem Buch „Das fossile Imperium schlägt zurück“, das 2017 im Murmann-Verlag veröffentlicht wurde. Wir empfehlen Ihnen dringend die Lektüre dieses Buches, denn es leistet einen wichtigen Beitrag zum aktuellen Stand der Energiewende:

„Die Energiewende ist unausweichlich. Das Ende des fossilen Zeitalters und die Dekarbonisierung der Wirtschaft sind nicht mehr aufzuhalten. Genauso wenig wie wir unsere Wohnungen privat noch mit Kohleöfen heizen werden, wird man in einigen Jahrzehnten noch Strom in Kohlekraftwerken erzeugen. Die Kosten für die erneuerbaren Energien werden weiter sinken, die wirtschaftlichen Chancen sind enorm. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien.
Die alles entscheidende Frage jedoch ist: Wie lange brauchen wir noch, um aus dieser Erkenntnis die Konsequenz zu ziehen und entschlossen zu handeln? Wie lange lassen wir uns auf dem Weg in eine andere Energiezukunft noch von der fossilen Industrie aufhalten? Wie lange hören wir uns die rückwärtsgewandten Argumente der alten Energiewelt noch an? Wie lange noch nehmen wir bei unserer Zukunftsplanung Rücksicht auf die ökonomischen Interessen der Konzerne von gestern? Wie viele Verzögerungen nehmen wir bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien in Kauf?
Je länger wir an der alten Energiewelt festhalten, desto teurer wird uns das zu stehen kommen. Denn genau wie jeder Tag, den wir mit der Umsetzung der Energiewende zögern, Gewinne in die Kassen der fossilen Industrie spült, wird uns jeder Tag, den wir ungenutzt verstreichen lassen, ein Vermögen kosten. Je länger wir warten, desto teurer kommt uns die Nutzung der dreckigen fossilen und der riskanten atomaren Energie zu stehen.
Wer seine Energiepolitik an den Interessen der fossilen Industrie ausrichtet und diese über die internationalen Klimaschutzziele stellt, nimmt mehr als kostspielige Umweltschäden und wirtschaftliche Schäden in Kauf. Denn wir steuern damit auch auf globalpolitischen Unfrieden zu. Unsere bisherige Energieversorgung und der energieintensive Lebensstil der Industrieländer gefährdet das ohnehin labile globale Gleichgewicht in vielerlei Hinsicht.“

Vgl. Claudia Kemfert: Das fossile Imperium schlägt zurück, Murmann Verlag, 2017, S. 123/124.

90 km lange Menschenkette

Eine 90 km lange Menschenkette zog sich am 25. Juni 2017 von Aachen über Maastricht, Lüttich, bis nach Tihange. 50.000 Teilnehmer*innen waren nötig, um diese weite Strecke zu überbrücken. Ziel der länderübergreifenden Aktion war es, gegen die pannenträchtigen Atomkraftwerke in Tihange und Doel zu protestieren, aber auch für das Abschalten aller anderen Atomkraftwerke einzutreten.
Die AKW Tihange 2 und Doel 3 in Belgien gelten als besonders unsicher. Bei Ultraschall-Untersuchungen wurden in den Reaktorbehältern Tausende von Rissen festgestellt, die sich zunehmend vergrößern. Die Reaktoren zeigten sich in den zurückliegenden Jahren außerdem als besonders störanfällig und mussten mehrfach notabgeschaltet werden. Trotzdem hat die belgische Regierung die Laufzeit dieser alten Reaktoren erneut verlängert.
Ausgehend von der Städteregion Aachen hatte daher ein breites Bündnis zu dieser KETTENREAKTION aufgerufen. Um die Zigtausende von Teilnehmer*innen einigermaßen gleichmäßig über die lange Strecke zu verteilen, wurden sie zu festgelegten Teilstrecken geleitet. Einige Eindrücke von km 42, wo sich Querstellen-Friedberg einreihte, sind unter BILDER zu finden.

Neckar castorfrei!

Noch immer laufen acht Atomkraftwerke und produzieren weiter Atommüll. Ganz nach dem Motto – „Irgendwo muss das Zeugs ja hin“ – wird in diesem Jahr wieder begonnen, Atommüll durchs Land zu transportieren. So ist EnBW gerade dabei, 15 Castoren per Schiff vom stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim zum 50 km entfernten Zwischenlager nach Neckarwestheim zu transportieren. Auf Schubleichtern werden jeweils 3 Castoren auf dem Neckar flussaufwärts geschoben. Ein recht abenteuerliches Verfahren durch eine dicht besiedelte Region.
Das Aktionsbündnis neckar-castorfrei ruft deshalb zu vielfältigen Protestaktionen auf. Querstellen-Friedberg war am 4. März auf der großen Kundgebung und Demonstration in Heilbronn und auch mit Kanus auf der Wasserdemo am 21. Mai bei Kirchheim. Ein kleiner „Fotoroman“ zur Bootsdemo ist unter BILDER zu finden.
Atommüll vermeiden, nicht verschieben! Statt Atommüll hin und her zu schieben, sollte EnBW lieber erst einmal seine beiden Atomkraftwerke in Neckarwestheim und Philippsburg abschalten. Deshalb werden wir uns auch zukünftig bei fragwürdigen und riskanten Atommüll-Transporten querstellen.
Genaue Informationen zum aktuellen Stand der Castortransporte auf dem Neckar gibt es unter www.neckar-castorfrei.de.